Heilige Elisabeth von Thüringen
eine Sammlung zum Leben und Werk der Heiligen Elisabeth von Thüringen
Vita:

- Geboren 1982 in Tschimkent, Kasachstan
- 2003 - 2007 Studium an der Schule für Bildende Kunst und  
  Gestaltung in Kassel (Malerei und Zeichnung)
- 2007 - 2009 Studium an der Staatlichen Akademie Sarikow-
  Kunsthochschule Moskau (Graphik und Malerei)
  Seit 2004 Tätigkeiten an verschiedenen Kunstschulen und als freischaffender Maler und Graphiker
  Mitglied im BBK Braunschweig seit 2012
______________________________________________________________________________________________________

Dimitrij Schurbin stellt Elisabeth-Bilder in St. Elisabeth Kirche im Ostseebad Damp aus.

Als Dmitrij Schurbin mit 15 Jahren als Zuwanderer aus den ehemaligen Sowjetrepubliken  in das hessische Stadtallendorf und später nach Marburg kam, sprach er kaum Deutsch. Heute hat er neben guten Deutschkenntnissen eine eigene Sprache - eine in Bildern - entwickelt: Vom 25. August bis zum 16 September stellt Schurbin im Marburger Rathaus Gemälde zu den Legenden der Heiligen Elisabeth aus. Diese wirkte 1228 bis 1231 in der Stadt ander Lahn mit ihrem mildtätigen Werk. Nachdem Schurbin in Marburg sein Abitur gemacht hatte, studierte er in Moskau Kunstgeschichte, Bildkomposition und die alten Meister. In den fernen ehemaligen Sowjetrepubliken war ihm  Marburg trotzdem immer noch gegenwärtig. In seiner Diplomarbeit setzte er sich mit den Menschen dieser Stadt und seiner Geschichte auseinander und zeichnete eine Serien aus Bildern.

Dmitrij Schurbin wuchs im Marburger Stadtteil Richtsberg auf, in dem etwa 1/10 der Marburger Bevölkerung aus einem Gemisch aus über 100 Nationalitäten lebt. Der größte Anteil dieser Zuwanderer stammt aus den ehemaligen Sowjetrepubliken. Mit den Problemen von Menschen mit Migrationshintergrund konfrontiert, fördern seit 1999 der Bund, das Land Hessen und die Universitätsstadt Marburg in dem Projekt „Soziale Stadt“ den Stadtteil Richtsberg und seine Bewohner. Mit Baumaßnahmen aber auch mit nichtinvestiven Maßnahmen, wie jetzt mit der Ausstellung von Schurbin, wird dort Integrationsarbeit geleistet. 

Die von Dmitrij Schurbin gemalten Bilder sind von hoher handwerklicher Qualität. Auffallend in dem Kontrast ihrer hellen und dunklen Farben, wirken  dadurch die Motive spannend und lebendig. Ein Auseinandersetzung mit den Mythen der Heiligen Elisabeth findet dabei nicht abstrakt statt: In der Hungersnot von 1225 ließ Elisabeth die Kornspeicher öffnen und das Getreide die Hungernden verteilen, bis ihr Ehemann ihr Einhalt gebot. In dem entsprechenden Bild schneidet sich Elisabeth symbolisch ihre Haare, als helle Korngewächse dargestellt, ab.

Die Ausstellung des talentierten Künstlers war bei ihrer Eröffnung aber auch gleichzeitig Plattform für offene Kritik an seinem aktuellen Werk. Dem Vorwurf, er habe das Wirken der Heiligen Elisabeth nicht ausreichend intellektuell reflektiert, so etwa die Beziehung der Landgräfin zu ihrem sie züchtigenden Beichtvater, begegnete Schurbin mit seinem Herzen: „Ich hätte viele Bücher lesen können, aber das hätte mich nicht weitergebracht und auch andere nur verwirrt. Ich habe die Taten der Heiligen Elisabeth so empfunden, deswegen habe ich sie so gezeichnet.“

Und weil Dmitrij Schurbin sich in seinem frühen Wert mit den Werten des Miteinanders wirklich auseinandersetzt, ist ein Geschenk an seine  Heimatstadt Teil seines Schaffens: eines der ausgestellten Bilder, das die Reinwaschung der Stadt zeigt, wird in den Besitz der Universitätsstadt Marburg übergehen.
Künstler:    Dimitrij Schurbin